Januar 2026
Donnerstag, 1. Januar 2026
Kinners, wie die Zeit vergeht: 2025 kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen!
Nun haben wir wieder 364 Tage lang Zeit für endlose Diskussionen, ob Böllern verboten werden sollte. (Besser wir fangen sofort damit an, denn wieder fünf Tage vorher ist zu spät: Holland hat ab sofort Böllerverbot – die kommen am nächsten Silvester alle rüber zu uns!)
Der Hefeteig für meine Neujahrs-Bretzel ist ein wenig eskaliert beim Gehen über Nacht …

(Wurde aber mit viel Liebe gebacken!)
Freitag, 2. Januar 2026
Na, Jahrgang 2008, schon Post vom Kreiswehrersatzamt bekommen?
Den Link zum Tagebuch von Dezember habe ich erst heute gepostet. Facebooks Meta AI scheint chronisch gelangweilt zu sein und schlug direkt Fragen vor, die man ihr mal stellen könnte. Zum Beispiel: »Wie inspiriert der Text?«
Na dann tat ich ihr mal den Gefallen. Die Antwort innerhalb zweier Sekunden:
»Der Text inspiriert durch seine humorvolle und satirische Darstellung des Alltags. Der Autor verwendet Ironie und Selbstironie, um die kleinen Dinge des Lebens zu beschreiben, wie den Weihnachtsmarkt, Hundebesitzer und die Bürokratie. Seine Beobachtungen sind scharfsinnig und oft witzig, was den Leser zum Schmunzeln bringt. Der Text zeigt auch, dass man über alltägliche Dinge schreiben kann, ohne sie langweilig zu machen. Der Autor findet in den banalsten Dingen Inspiration für seine humorvollen Geschichten.«

Ach wie nett! »Humorvoll«, »witzig«, »zum Schmunzeln bringen« – und was ist mit Sarkasmus, Absurdität, Giftigkeit, Zynismus und Gehässigkeit?! Und der fatalen Vorliebe für Wortspiele, Widersprüche und Wikipedia-Abschreiben als Alliteration? KI kann zwar schnell lesen, muss aber noch viel lernen!
Ein Trend in Social-Media gerade: Die KI eine Illustration erstellen lassen, »die zeigt, wie du mich aufgrund unser bisherigen Gespräche wahrnimmst, meine Persönlichkeit, Arbeitsweise und Ausstrahlung. Also eine visuelle Interpretation meines Charakters und meiner Rolle.«
Bitte schön:

So seh ich wirklich, echt und tatsächlich™ aus, wenn ich hier schreibe!
Ich habe meinem süßen KI-Robo von 2022 mal ein Update gegönnt:

Damals war ich ja noch ganz begeistert. Aber so langsam nervt der AI-Slop!
Samstag, 3. Januar 2026
Da liegt man frühmorgens im Bett und guckt schlaftrunken aufs Handy, was das Neue Jahr wohl Gutes bereithält – und muss lesen: »Donald Trump hat …«
Hey, ich mag nicht immer Recht haben! Und das war als Scheherz gemeint!!!
Herzerfrischend jedenfalls die naive Ehrlichkeit von Trump: Wir wollen das Öl!
(Dass man jemals »Trump« und »ehrlich« in einem Satz schreiben können würde!)
Der Name des Landes kam nicht so flüssig über die hässlichen Lippen: Aus Venezuela wurde bei ihm so was wie »wennus:welles«. Und ich bezweifle, dass er weiß, wo es liegt.
Früher haben die USA bei ihren Völkerrechtsbrüchen noch mit Sicherheitsinteressen, Kampf gegen den Terror, Freiheit des Westens, Demokratie und sonstigem Firlefanz argumentiert, wenn sie wo einmarschiert sind oder einen Typen entnommen haben. (Entweder haben Trumps Speichellecker und Marionettenspieler ihn nicht ausreichend gebrieft – oder er hat’s wieder vergessen. Oder er scheißt eh auf alles.)
Aber was bauen die Venezolaner ihr Land auch über amerikanischen Ölfeldern?! (Man hat inzwischen ja Angst, frisches Öl in seine Fritteuse zu füllen! Aber wegen Putin haben ja eh alle seit fast vier Jahren einen Airfryer …)
But mission accomplished anyway: Keiner spricht mehr über die Epstein-Akten!
(Boah, da muss echt brisantes Zeug drinstehen!)
Der Herr Merz findet dieses ganze Völkerrechts-Dingen übrigens »komplex« …
Ich bin ja kein Jurist (wie der Herr Merz), aaaber:
Da schickt der kaum zurechnungsfähige Befehlshaber des einen Landes seine Leute in ein anderes souveränes Land, lässt diese dort rumbomben und dabei etliche Menschen töten sowie den dortigen Präsidenten nebst Gattin kidnappen – und das findet der völkerrechtlich komplex?!
Hey, wenn wir jetzt sowieso alle aufs Völkerrecht scheißen: Ich wüsste ein paar Länder, denen es ziemlich guttäte, wenn man ihre Machthaber mal entfernte!

Sonntag, 4. Januar 2026
Heute sah es viel eher aus wie Neujahr.

Es geht also doch: Op dr Brand gibt’s den Adventsmarkt noch bis zum 11. Januar! (Und sogar mit Schnee.)




Der Anblick dieser Wurzel in der Krippe von St. Donatus erinnerte mich unversehens an ein vergessenes Hobby meiner Kindheit:
Ich bin damals durch den Büsch gelaufen, habe pittoreskes Wurzelwerk aufgelesen, daheim mit der Drahtbürste gereinigt und sodann florale Gestecke aus getrockneten Blumen, Gräsern, Zweigen, Tannenzapfen und anderen natürlichen Materialien, deren Namen ich niemals kannte, mit grüner Knetmasse und Blumensteckschaum angefertigt.
Leider existieren davon keine Bilder.
In Sankt Donatus geht man mit der Zeit! Der digitale Klingelbeutel für
die Rettung der Rathausuhr Sanierung des Kirchendachs!

Der Brander Friedhof im Schnee erinnert an Pieter Bruegel den Älteren.

Schon wieder eins dieser Werke des unbekannten Künstlers!

Was ich nicht verstehe: Warum haben sie drei Gräberreihen hier so dicht hintereinander gepackt?

Es ist etwas unpraktisch, wenn man seine lieben Verstorbenen in der dritten Reihe erreichen will. Was machen Menschen mit Gehstock, Rollator oder Kinderwagen oder zu mehreren?
Wer lieber indoor tot ist, dem sei das Columbarium in der ehemaligen Erlöserkirche empfohlen:
Das sieht zwar aus wie ein Schließfachkeller, der jedem Sparkässler zur Freude gereichen würde, diese schlichte Aufgeräumtheit hat aber ihren sepulkralen Reiz.



Und Tod zum dritten:
40 Jahre RIP Phil Lynott. Den kennt heute leider keiner mehr. Der irische Sänger, Bassist und Songwriter war Gründungsmitglied von »Thin Lizzy« und hat zum Beispiel beim Lied »Out in the Fields« von Gary Moore als Musiker und Co-Autor mitgetan.
Montag, 5. Januar 2026
Wie war das eigentlich mit der Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passen sollte? (Oder mit dem Herbst der Reformen?!) Bei der diese Woche fälligen Umsatzsteuererklärung darf ich mich mal wieder hiermit beschäftigen: Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte, Wirtschaftsgüter und sonstige Leistungen, die innerhalb der letzten 5 Jahre erstmals tatsächlich™ und nicht nur einmalig zur Ausführung von Umsätzen verwendet worden sind, der Übergang von einer Vermietung für NATO- oder ähnliche Zwecke zu einer nach § 4 Nummer 12 UStG steuerfreien Vermietung und Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und Vorsteuerbeträge nach dem Durchschnittssatz für bestimmte Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen (§ 23a UStG) sowie auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen an im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässige Nichtunternehmer sowie innergemeinschaftliche Fernverkäufe in das übrige Gemeinschaftsgebiet unter der Voraussetzung des § 3a Absatz 5 Sätze 3 und 4 UStG und § 3c Absatz 4 Sätze 1 und 2 UstG.
Das zahlt einem kein Mensch!
Ich schulde ja noch einen Reisebericht: Ende vergangenen Jahres gingen wir ein Stück des 30. Krippenwegs in Köln (am Rhein). Die Bahn war pünktlich, aber: Welcher Designverbrecher hat sich denn dieses Licht ausgedacht? Meine Handykamera übertreibt ja gerne, aber ähnlich blau war es wirklich:

Schon im Bahnhofsgebäude gab’s die erste Krippe zu betrachten, eine Kölsche Kriegs-Krippe.


Kein‘ Böller zweschen däm Rhing un de Ringe! Esu weed dat jemaach!
In der eher nicht so schönen Hood am Bahnhof kamen wir bei »Egino Weinert« vorbei. Er war mir bisher kein Begriff.

Weinert war Goldschmied, Bildhauer und Maler zeitgenössischer sakraler Kunst. Bemerkenswert ist, dass er den Großteil seiner Arbeiten mit nur einer Hand anfertigte, nachdem er 1945 im Alter von 25 Jahren die rechte Hand durch eine Sprengfalle verloren hatte.

Werke von ihm, die man schon mal gesehen haben könnte: Tabernakel aus Emaille, Hängekreuz mit Emaille und Vortragekreuz in St. Foillan in Aachen, Vortragekreuz und Custodia in Herz Jesu in Burtscheid sowie diverses in St. Nikolaus in Birresborn. Sagt jedenfalls Wikipedia.
Sankt Ursula kannte ich bisher nur vom Weg zum »Saturn-Hansa« selig. (Das war diese fantastische Schallplattenladen damals, der alle möglichen LPs am Lager hatte – man musste nur vorher in Listen auf nadelbedrucktem Endlospapier ausbaldowern, wo genau sie stehen.)

Diese römisch-katholische Kirche ist eine der zwölf großen romanischen Basiliken in der Altstadt. Wir konnten nur kurz mal durchrennen, denn sie machten um 12 Uhr zu – warum auch immer! So entging uns die spooky Knochen-Wandverkleidung in der Goldenen Kammer.
Woran erkennt man, dass es eine kölsche Krippe ist?


Unerwartetes Highlight des Tages war Sankt Gereon: Imposant im Stadtbild gelegen, mit einem zehneckigen Kuppelbau, der höher ist als seine zwei Türme.

Schon vor der uns bisher unbekannten Kirche liegt die Skulptur eines abgeschlagenen Kopfes, der an die Legende um Gereon, den Anführer der Thebäischen Legion aus dem 4. Jahrhundert erinnert.


Gleich links ums Eck im dekagonalen Kirchenbau steht die Blutsäule. Ihr wird nachgesagt, dass sie zwischen Gut und Böse unterscheiden und Sünder entlarven kann.

Tatsächlich™ soll es hier der Sage nach zu einem furchteinflößenden Ereignis gekommen sein: Der Merowinger-König Thiederich wollte in der Kirche seine Herrschaft feiern, nachdem er seinen eigenen Bruder Theudebert in der Schlacht bei Zülpich getötet hatte. Als er der Blutsäule höhnisch gegenüberstand, fiel er plötzlich tot um. Niemand hatte etwas gesehen. Seine Kleidung war unversehrt, dennoch fand man eine Stichwunde. (Und zu Teudebert schreibe ich demnächst mal was …)
Im drittältesten Sakralbaut Deutschlands (nach Trierer Dom und Konstantinbasilika) gab es eine Menge Krippen, jeglicher Couleur:







Das Familiengestühl war gesperrt.

Anmerkung: In einer Krypta als Ort der Stille stören Bunte-Jack-Wolfskin-Jacken-Träger sowie in Personalunion »Intellektuelle«, die geschwätzig ihr klausurirrelevantes, anekdotisches Wissen kundtun, ein wenig – visuell und auditiv!

It’s not polite to stare!
Kann es sein, dass »Hurra, wir leben noch!« von Johannes Mario Simmel zur Standardausstattung von öffentlichen Bücherschränken gehört? Wann immer ich in einen reinschaue, steht da dieser Roman – so auch hier auf dem Gereonsplatz!

2020 in Aachen und 2025 in Schleiden:

Das wirft zwei Fragen auf? Ist das Buch so beliebt? Oder versammelt sich
in Bücherschränken allgemein der literarische Bodensatz Lesestoff,
den keiner mag …?
Vielleicht ist es ja auch immer dasselbe Exemplar des Buchs, wer weiß. Ich sollte es einmal lesen. (Ich glaub, es geht hauptsächlich um Pfirsischblüten und chinesische Schlittenfahrten.)
Wie nennen wir unsere Rahmen-Handlung? – »Rahmenhandlung«!

Diese japanische Suppenmanufaktur nebenan hat diesen Gag liegengelassen.

Nun war ich dann auch mal auf dem aus Funk und Fernsehen bekannten berühmt-berüchtigten Brüsseler Platz.

Die berüchtigte Partylocation wird überschattet von St. Michael: »Das Angebot unterscheidet sich mit seinen vielen experimentellen und ungewöhnlichen Veranstaltungsformaten von dem der meisten anderen Kirchorte.« Diesmal war der Haupt-Unterschied, dass wir nicht reinkonnten – wegen der Vorbereitung für eine besinnlich-magische Show im Geiste des französischen Nouveau Cirque mit Akrobaten, Musikern, Clowns und fantasievollen Fabelwesen.


Mittagspause im »Café Waschsalon« in der Ehrenstraße nahe dem Hohenzollernring – warum das wohl so heißt?


Die Ehrenstraße erkennt man kaum wieder. Früher gab’s hier eine Menge eher ranziger Läden, nun ist das meiste eher hip und trendy, mit vielen teuren Brands. Den Autoverkehr haben sie schon rausgeschmissen, und ab demnächst soll sie zu einem grünen Boulevard umgestaltet werden.
Na also: Endlich befolgt mal einer meine Idee mit frischem Milchreis als Snack!

Es gibt einen Harald-Töpfer-Spezialitätenladen!

In die Bäckerei Balkhausen in der Apostelnstraße muss ich das nächste Mal auch, die scheint gut zu sein: Es stand eine an DDR-Zeiten gemahnende Menschenschlange an!
Der Alte aus Rhöndorf würde heute 150 Jahre alt, Glückwunsch Conny!

Beim Blick nach oben entdeckte ich am Neumarkt zwei weiße Pferdeköpfe.

Und lernte sodann: Der Richmodis-Turm des Richmodis-Hauses in der Richmodis-Straße erinnert an die Richmodis-Sage. In kurz: Richmodis, Frau, Pest, tot, scheintot, Männe glaubt’s nicht, Schimmel auf dem Dach.
Sehr interessant. Ich dachte bisher, Richmodis wäre erstens ein Mann und zweitens ein Kölsch …
Erstmal ein Eis aufs Haus!


Im Industriehof-Gebäude in der Krebsgasse, gegenüber vom Grabmal des unbekannten Intendanten*, befindet sich die probono-Redaktion. Von Friedrich Küppersbusch, irgendwem mit Medien, bekannt von »ZAK«, »Tagesschaum«, »Privatfernsehen«, »Küppersbusch TV« und zahlreichen Kommentaren, lerne ich viel über Politik und Zeitgeschehen – und spare mir eigene Anmerkungen! (Freuet Euch!)
*) Das Opernhaus soll im Herbst tatsächlich™ fertig saniert sein; nach 14 Jahren!

Was wäre Köln (am Rhein) ohne Maus:

Am Bahnhof bereitete man sich derweil vor auf die Silvesternacht …

(Wie wir inzwischen wissen. Es war verhältnismäßig ruhig geblieben im Stadtbild.)
Dreikönigstag, 6. Januar 2026
In der Kapelle am Bahnhof mit den Heiligen drei Königen waren wir letzte Woche natürlich nicht …

Ob im Hohen Dom von Köln (am Rhein) nun die »echten« Reliquien von Caspar, Melchior und Balthasar liegen, ist aber auch mehr als umstritten: Die Bibel, also Matthäus, spricht bloß von »Sterndeutern aus dem Osten«. Keine Rede ist dort von Königen. Erst recht nicht von dreien. Und schon gar nicht von ihren Namen. Sie könnten auch Merlin, Gandalf und Rumburak geheißen haben. Oder Schmendrick, Miraculix, Rincewind, Dumbledore, Beelzebub Irrwitzer oder Petrosilius Zwackelmann. Ach ja, heiliggesprochen wurden sie auch niemals!
Einigermaßen sicher ist nur, dass sie Gold, Weihrauch und Möhren mitbrachten …

Was man zu glauben weiß, ist, dass Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin I., die Gebeine auf einer Pilgerfahrt in Palästina entdeckt haben will. Die Reliquien gelangten dann durch Kaiser Barbarossa und Erzbischof Rainald von Dassel 1164 nach Köln (am Rhein). Ein Schmied formte dann einen goldenen Schrein, und sie bauten einen Dom drumrum.

Mittwoch, 7. Januar 2026
Peter Gabriel macht wieder dieses Ein-Song-pro-Vollmond-Ding …
Stolz verkündigt er, nicht wieder 20 Jahre für ein neues Album zu brauchen, sondern nur derer drei. Und schon wieder hat er vergessen, dass jeden Monat einen spotifytauglichen Schnipsel rauszuhauen, kein »Album« ist, sondern Verarsche seiner treuesten Fans. Früher gab's opulente Opera, nun nur noch Opusculi.
Ich habe es bis zum heutigen Tage nicht geschafft, sein letztes Werk »I/O« komplett anzuhören, weil es weit zu unterkomplex ist. Und der erste Song von »O\I« verspricht da keine Besserung.
Andere Musiker setzen sich ja direkt zur Ruhe:
Wolfgang Niedecken hat die »Zielgerade« im Blick und macht sich Gedanken über seinen Abschied von der Bühne. (Aber er hat ja auch einen neuen Job, als Engel in Sankt Gereon.)

Die Fantastischen Vier fahren mit dem letzten Bus auf Abschiedstour. (Um sich auch danach ein Deutschlandticket leisten zu können, machen sie gerade nervig Reklame für ein Reiseunternehmen.)
In Teilen Berlins herrscht seit vier Tagen Blackout. Was klingt wie ein politischer Kommentar, bedeutet für circa 45.000 Haushalte Ausharren ohne Strom, offline, im Dunkeln bei Minusgraden.
Donnerstag, 8. Januar 2026
Für ihn selbst wahrscheinlich nicht so witzig:

Freitag, 9. Januar 2026
Nach acht Jahren durfte ich nochmal begleitend bei einem Neujahrsempfang dabei sein, quasi als Prinz Philip. (Gut aussehen, freundlich nicken, eloquent parlieren, Sektchen trinken – das kann ich! Ist da noch irgendeine Monarchin solo?)
Leider war ich nicht als Photomann gebucht. Dennoch lief ich innerlich auf der Suche nach der besten Perspektive mit der Kamera umher, während ich an meinem Stuhl gefesselt im Auditorium nur hie und da das Handy zückte.
Im Krönungssaal des Rathauses gaben die Kinder der Domsingschule drei Lieder zum Besten – was auch das Beste des Abends bleiben sollte … Die Rede des neuen OBin sollte zwar zu Optimismus und Zuversicht für die Zukunft aufrufen – zählte aber vor allem die Unpässlichkeiten der Gegenwart auf: Kein Geld da, Spaltung der Gesellschaft, drohende Kriege und so weiter. Also falls es jemand vergessen haben sollte.
Der »Stargast« des Abends war Cordula Stratmann. (Im TV hätte ich weitergezappt … Hier ging das iwie nicht.)

Sie wies direkt darauf hin, kein Freund von langen Reden zu sein. Einverstanden. Das Publikum hätte es aber sicher ganz gerne gehabt, dass bei ihrem Vortrag ein Thema, ein Konzept oder wenigstens eine grobe Richtung durchscheint.
Sie hat wohl mal Sozialarbeit studiert und danach noch eine Therapieausbildung nebenberuflich draufgepackt, was sie offenbar irgendwie dafür zu qualifizieren scheint, sich nun also mit dem Ehrenamt auszukennen – womit wir ja beim Publikum gewesen wären, das quasi nur aus Ehrenamtlern bestand.
Statt aber dann da anzusetzen, mäanderte ihr Vortrag in alle möglichen Richtungen. Anekdötchen hier und Meinung da und überhaupt. Nach einer Viertelstunde halbgaren Stand-ups wurde sie interviewt, und auch dabei titschte sie von einem Thema zum anderen. Es wäre schön gewesen, wenn sie die gestellten Fragen auch beantwortet hätte – oder sich zumindest daran hätte erinnern können.
Besonders schräg ihr Glaubenssatz, man müsse alles mit Humor sehen. Blöd aber dann, wenn die vermeintlich Witzige diejenige ist, die am meisten hysterisch keckert.
Halb zehn war eindeutig zu früh zur Heimkehr für einen Freitagabend. Daher ging es noch auf einen Absacker ins EGMONT – wer weiß, wie lange das noch geht …

Samstag, 10. Januar 2026
David Bowie ist immer noch tot … ★
Und zwar schon seit 10 Jahren. Seitdem gab es den Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, die weltweite COVID-19-Pandemie, die Explosion im Hafen von Beirut, die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, die Machtübernahme der Taliban, den ruschissen Angriffskrieg auf die Ukraine, Hamas-Terror, den Gaza-Krieg, Klimawandel mit Extremwetter, Flucht, Vertreibung, Desinformation, politische Instabilität und Donald Trump mit seiner Mischpoke – es kann mir keiner erzählen, dass das alles Zufall ist!
(Ich habe in den letzten zehn Jahren so viel von David Bowie angehört und gesehen – der wird immer besser!)
Wenn in Aachen Schnee liegt, muss man schnell sein. Also raus zum Hangeweiher!



Warum muss ich jetzt an Holden Caulfield denken …?


Das Freibad hat immer noch zu!

Aaaber: Am Kiosk davor, wo sonst Bötchen vermietet werden, gibt’s Glühwein!

Es hat mich Jahre gekostet, bis ich den Mattschö-Moll-Weg richtig aussprechen konnte! (Ich sagte immer »Matscho Möll«.) Wie ich inzwischen weiß, ist Mattschö ist die Kurzform für Matthieu; und das ist die Kurzform für Matthias. Besagter Metti war in den 50ern SPD-Landtags- und Bundestagsabgeordneter sowie Geschäftsführer der AWO.
Hoffentlich lebe ich noch lange genug, um mitzukriegen, welche Gasse sie nach Armin Laschet benennen werden!

Schon seit einiger Zeit hatte ich keine Brötchen mehr gekauft. Daher war ich etwas überrascht, dass sich MOSS inzwischen 52 Cent pro Schrippe fragt. Während die recht junge Bäckereifachverkäuferin mir die vier bestellten Semmeln in die Tüte packte, sammelte ich schon mal den (alten) Betrag in Münzgeld zurecht: 1,92 Euro in obligatorisch recht kleiner, aber passender Stückelung – um das Portemonnaie um Rotgeld zu entlasten, das der rechten Pobacke stets eine unsexy Deformation verpasst.
Als sie mir den tatsächlich™ fälligen Endbetrag nannte, sortierte ich stante pede um. Ich weiß nicht mehr genau, welchen Fluch genau sie ausgestoßen hat, als ich ihr mein Türmchen von Hanoi überreichte. (»Ach du scheiße!« könnte es gewesen sein.)
Sie musste den Münzstapel aber nicht erneut der Größe nach sortieren, sondern bloß zählen! Was bei acht Münzen (1 Euro + 5 × 20 Cent + 5 Cent + 2 Cent + 1 Cent) eine durchaus beherrschbare Aufgabe sein sollte, wenn man den ganzen Tag lang nichts macht als Backwerk einzutüten und Bargeld in Empfang zu nehmen!
Sonntag, 11. Januar 2026
Erich von Däniken ist gestorben. (Der lebte noch?!) Heißt es. Ich glaube das ja nicht: Ich glaube, dass Außerirdische ihn endlich abgeholt haben!
Noch ein bisschen »Aachen im Schnee«/»Schnee in Aachen« – morgen ist die Pracht ja vorbei!






Montag, 12. Januar 2026
Weil Blitzeis angesagt war, hat man vorsorglich die Schulen in NRW geschlossen. Wär ja schon blöd, wenn dadurch Kinder totgehen und man es hätte verhindern können.
Regen auf tiefgefrorenen Boden – das nicht gut! Denn Glatteis ≠ Schnee, mit dem man eventuell noch parat kommen kann. Volkes Stimme in den FB-Kommentarzeilen war dennoch gnadenlos: Es entstand der Eindruck, wir alle hätten in den Achtzigern täglich zehn Kilometer barfuß durch meterhohen Schnee zur Schule zurückgelegt – bergauf, in beide Richtungen –, und dabei ein Rudel Wölfe sowie ein bis zwei Yetis bekämpft und noch Vokabeln gelernt.
Ein paar Kommentare der furchtlosen Tastaturritter (Rechtschreibung und Zeichensetzung beibehalten, Emojis gelöscht):
- »Leute also Winter das ist völlig normal wenn ich 30 Jahre zurück denke war das Standard und wehe wir sind nicht in die Schule gegangen haben wir so von unseren Eltern noch auf die Löffel bekommen«
- »MEine Empfehlung, den kompletten Winter schullfrei geben, es könnte sich ja ein Schüler erkälten. Deutschland 2026 einfach nur noch peinlich.«
- »Und wer vom Schulministerium betreut die Kinder während wir Eltern zur Arbeit müssen? Einfach nur noch lächerlich was in diesem Land abgeht «
- »Schrecklich wegen Glatteis gab's zu meiner Zeit nicht die suchen immer Gründe damit die Jugend nicht zur Schule muss«
- »Aber Hauptsache wir Eltern müssen zur Arbeit und wenn uns dann was passiert ist denn Kids auch nicht damit geholfen «
- »Unsere Kinder werden nicht von den Eltern, sondern vom schulministerium zu pussis erzogen , das ist der Wahnsinn, ich muß auch ein paar Kilometer zur Arbeit fahren , das ist in Ordnung, da fehlen einem die Worte«
Diejenigen, die hier am lautesten kommentieren und sich aufregen, sind wahrscheinlich dieselben, die alle Hebel in Bewegung setzen und andere dafür verantwortlich machen, wenn ihren Kindern dann doch etwas passiert ist.
Oder diejenigen, die seit 40 Jahren (nach ihrem Hauptschulabbruch) mit Schule so gar nichts mehr zu tun hatten.
Dienstag, 13. Januar 2026
Volkes Intelligenz lässt sich immer auch am Glascontainer erkennen:

Ist es jemandem aufgefallen? Keiner spricht mehr von Maduro!
Mittwoch, 14. Januar 2026
Nicht nur Bowie ging vor zehn Jahren, auch Alan Rickman.
After all this time? – By Grabthar's hammer: Always!
Ich habe heute erst aus der Zeitung erfahren, dass ich fünf Jahre lang im ältesten Haus von Burtscheid gewohnt habe!
Nach dentrochronologischen Untersuchungen kam nun heraus, dass die Bauhölzer der Hauptstraße 8 (das ist dasselbe wie das Kaltbachgässchen 3, nur mit dem Eingang vorne) im Winter 1529/1530 gefällt und sodann verarbeitet worden sind. Meine alte Butze feiert also in vier Jahren ihren 500. Geburtstag!

Aktuell wohne ich in so nem Neubau von 1886 …
Mahjuh: Ein Prozent der Zeit habe ich also in der Hütte gewohnt! Mir war nicht klar, dass diese Balken, unter denen ich täglich drunterherging, fast ein halbes Jahrtausend alt waren.

Denn das meiste der Innenwände war mit Rigips verkoffert und tapeziert. Oder anderweitig verschandelt: Der Boden der Küche bestand aus irgendeinem neuzeitlichen Weichholz und war nicht oder nicht ordentlich imprägniert worden: Zwischen den verschraubten, sich hochwölbenden Brettern taten sich schon mal halbzentimeterbreite Lücken auf.
(Daher stammt wohl der Satz: »Bei uns kann man vom Boden essen. Und sattwerden!«)

Zu meiner Zeit Anfang der 90er war im Erdgeschoss der Pflegedienst »SENIORitas« ansässig, oben meine 4er-Wohngemeinschaft. (Eigentlich ja 5er-WG, zählt man unseren Hausgeist Paulchen mit.) Das Leben war sehr lehrreich. Obwohl ich Bio-Leistung hatte, weiß ich erst seitdem, dass Kartoffelpüree in orange schimmelt, wenn man ihn nur lässt!

Erst in späteren Jahren gab es fließendes heißes Wasser in der Küche. Folglich wurde eher selten abgespült: Bei Geschirr und Besteck von vier Mietparteien hatte man da ja auch einen langen Atem. Es gab zwar einen »Putzplan«, aber pffft – viel zu spießig! Irgendwann gingen die kleinen Löffel aus (so nach ein paar Wochen) und da musste man dann halt mal ran. Heißwasser wurde mit Töpfen aus dem Bad in die Küche bugsiert und der Rest des Tages mit Abwasch verbracht.
Wenn dann auch noch der Boden geputzt worden war, freute sich die barfüßige Mitbewohnerin von oben besonders: »Hey, ich kleb ja gar nicht mehr fest!«
Die nicht-tragenden Zwischenwände waren auch sehr interessant: Sie waren recht dünn und bestanden im Prinzip aus zwei Lagen Tapete mit undefiniertem schwarzem Brösel dazwischen. Einmal wollte ich etwas aufhängen und bohrte zwecks dessen ein paar Löcher in die Wand. Erst rieselte mir eine Menge dieses schwarzen Gebrösels entgegen – und dann fraß die Wand meine Dübel!
(Später überreichte sie mir mein Mitbewohner mit spitzen Fingern und giftigem Tonfall: »Kennst. Du. Die?!« …)

Der Zuschnitt meiner schmalen Kemenate war sehr speziell. Wenn man das Zimmer auf die Seite gelegt hätte, wäre sehr viel mehr Wohnfläche entstanden. Vorteil der Historizität: Es war quasi unmöglich, ein Bild oder ein Regal schief aufzuhängen! Zu irgendeiner Kante im Raum war es ja immer parallel.

Ich ärgere mich gerade massivst, dass ich damals nicht mehr Bilder vom Gebäude gemacht habe. (Aber Filme kosteten halt Geld.)

Hier der Blick aus der Küche des ältesten Hauses von Burtscheid:

Tatsächlich™ konnte ich fünf Jahre lang auf das »Tanzcafé Adlerberg« schauen. (Von dem aus zuweilen verliebte Besuffskis durchs Gässchen zur Pinte in der Mühlradstraße flanierten. Weil sie es wohl nicht mehr aushalten konnten, hat ein Paar *es* mal in unserem Eingangsbereich getan! Doch auch davon liegen keine Beweisphotos vor.)
Nur ein einziges Mal war ich selbst auch in diesem legendären Etablissement. Ich war aber auch noch nie im sagenhaften »KöPi« am Holzgraben – auch wenn ich 18 Jahre gegenüber gewohnt habe und nun schon zehn Jahre seitlich dahinter wohne!
»Stranger Things« soll letztens mit der 5. Folge zu Ende gegangen sein. Ich kann hier leider gar nichts davon spoilern, denn ich bin nach der dritten Staffel ausgestiegen. Und das war schon zu spät …
(Der Klassiker: Die erste Staffel war spitze, danach ließ es nach – und die letzte Staffel lässt man generell besser aus!)
Zur Glaubwürdigkeit der Geschichte: So ein Demogorgon aus einer alternativen Dimension, okay, das kann man akzeptieren, aber: Minderjährige, die tags und nachts unbeaufsichtigt durch die Gegend radeln können? Reine Fiktion! Wer glaubt denn heute so was?!
Hach, die 80er!
Die Arte-Mediathek streamt gerade alle drei Staffeln von »Twin Peaks«; auch das neue Zeug von 2017! RTL plus hatte diese Mystery-Seifenoper Anfang der 90er in Grund und Boden versendet – die letzten Folgen liefen irgendwie irgendwo irgendwann.
Leider besteht die Serie insgesamt aus 48 Folgen à ungefähr 45 Minuten – sowie einem Spielfilm. Um nochmal einigermaßen reinzukommen, müsste ich davon einiges angucken. Doch 36 Stunden lang durchzubingen, das schaffe ich nicht – ich muss hier ja auch noch ein Tagebuch schreiben!

Es gibt übrigens einen weiteren neuen Streamingdienst: HBOtbh² oder so.
Man verbringt jetzt also allein 90 Minuten damit, bloß einen Streamer auszuwählen – und hat immer noch nicht alle Filme verfügbar!
Donnerstag, 15. Januar 2026
Herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag, Wikipedia!
Von allen Verheißungen des Internets bist du die einzige Überlebende. (Und natürlich ein paar wackere Schreiberlinge mit eigener Homepage …) Ansonsten wird inzwischen ja alles von milliardenschweren Konzernen fehlgesteuert und manipuliert.
Wir wussten gar nicht, wie gut wir’s hatten!
Freitag, 16. Januar 2026
Oha: Trotz Schienenersatzverkehr in drei Stunden und zehn Minuten von Aachen nach Gerolstein? Ja, das geht! Denn sie haben die Abfahrtszeiten der Bördebahn angepasst: Nur vier Minuten Aufenthalt in Düren und nur drei Minuten in Euskirchen – das ist effizient!
Wenn alles glattläuft … Als wir bereits in Rothe Erde zwei Minuten Delay hatten, würde ich hibbelig. Was mache ich in Düren? Renne ich wie doof und riskiere es, den Zug zu verpassen, um dann in DN auszuharren und den Zug in Köln (am Rhein) zu verpassen? (Niemand will mehr Zeit als nötig in Düren am Bahnhof verbringen!) In Langerwehe waren es dann schon fünf Minuten – bye, bye, Anschluss!
Bis Düren hatte der Zug dann doch wieder ein Minütchen rausgefahren, und einer Eingebung folgend begab ich mich in die Mitte des Zuges. Die Tür ging auf, ich musste fünf Schritte über den Bahnsteig tun – und schon war ich in der Bördebahn nach Euskirchen!

Dort gab es zwar eine Verspätung, aber egal: Der SEV von Kall nach Jünkerth hat dann acht Minuten rausgefahren – pünktlich war ich daheim.
(Wenn der SEV dereinst mal wegfällt, kann man es in zwei Stunden und zehn Minuten von Aachen nach Gerolstein schaffen – das ist fast so schnell wie mit dem Auto!)
»Jung, dat is dat Milzenhäusjen!«

Ein bisschen Twin-Peaks-Atmo zwischen Kyllburg und Jünkerath.

In Gerolstein angekommen rannten ein paar Bundis wie der Teufel über die Fußgängerbrücke auf den Bahnsteig.

Wenn der Zug nicht bloß nach Trier weitergefahren wäre, hätte ich gedacht: Soldaten auf dem Weg nach Nuuk!

Da lagern seit einer Weile ein paar Schätzchen im Keller, die demnächst mal entkorkt werden sollten …
Was mag wohl darin sein? Essig, Botulismus oder zwei Tage auf dem Pott?
Samstag, 17. Januar 2026

Photoshootingtour durch Gerolstein mit Stationen in der City, in Gees, in Lissingen, in Oos, in Müllenborn, in Roth und auf Sarresdorf.

Zum ersten Mal im Leben war ich in Gerolstein-Oos, dem bekannten Gedicht zuwiderhandelnd:
Fahr net nach Oos,
wenn de net moos!
Un wenn doch, dann jank zefoos!
Warum eigentlich nicht? Ist doch ganz schön da!



Sonntag, 18. Januar 2026
In Gerolstein gab es dieses Wochenende Fußballspiele mit interessanten Mannschaften zu sehen: Borussia Mönchengladbach, 1. FSV Mainz 05, Bayer 04 Leverkusen, Arsenal London, PSV Eindhoven, Ajax Amsterdam, Borussia Dortmund, FC Liverpool, Eintracht Frankfurt, Benfica Lissabon, RB Leipzig, Gentofte Fodbold Akademi, 1. FC Köln, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern und der/die/das JSG Kylltal traten gegeneinander an – allerdings nur bei den 4. Gerolsteiner U10-Hallenmasters …
Der SWR hatte berichtet und O-Töne eingefangen: Der U10-Trainer des FC Liverpool Mbokele betonte, dass seine Jungs mal rausmüssen aus ihrer Komfortzone: »Sie sind weit weg von zuhause, müssen früh aufstehen und sich an deutsches Essen gewöhnen.«
Und ein Spieler der E-Jugend der SG-Kylltal tat unumwunden kund: »Is halt komisch, dass so große Vereine in so ne Gurkenstadt kommen. Is halt komisch.« … (Klein-Henry, dir ist aber schon klar, dass du nun ausgebürgert werden wirst, nach Daun oder so?)
Ich hatte tatsächlich™ eine Anfrage, dabei zu photographieren, doch die Aussicht auf zwei Tage in einer lauten Grundschulhalle mit Teenagerschweiß und schlechten Kindheitserinnerungen ließen mich absagen.
Stattdessen zog es mich heute an die frische Luft, auf Scheid und hinter den Auberg:











Wann wird die Drohende Ley wohl mal ernstmachen?

Na, noch nicht so bald!


Ich schätze, dass die Tage dieses Kameraden auch demnächst gezählt sein werden …




Montag, 19. Januar 2026
Joh mir wore hück in Bonn!
Geplant war das nicht. Also nur zum Teil … Hören Sie!
Die Bahn-App verhieß mir frühmorgens unerquickliche Fahrtzeiten für diese popligen 80 Kilometer Luftlinie zwischen zuhause und daheim. Auf ein Stündchen lästigen SEV hatte ich mich ohnehin schon eingestellt, doch durch »Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten«, wie ich später in Köln (am Rhein) erfuhr, sollte sich die Fahrt noch mal wesentlich verlängern.
Ein paar Fahrten fielen komplett aus, für andere bot man mir folgende, teils absurde Alternativen an:

Das erste war die herkömmliche Verbindung, aber mit fünf wechselnden Gefährten. (Darunter ein Ruftaxi – was das denn?!) Und wir starten schon mit Delay! Außerdem: So viele Umstiege? – Viel zu unsicher! Da kommt garantiert noch irgendeine Verspätung hinzu. Oder zwei oder drei.
Das zweite war die Busverbindung von Kall über Vogelsang quer durch die Nordeifel, allerdings inklusive anderthalb Stunden warten. (Niemand möchte in Kall und Vogelsang anderthalb Stunden warten! Schon gar nicht Mitte Januar.)
Dann kam noch der abstruse Vorschlag, mit einem Linienbus regulär zwei Stunden lang zunächst nach Cochem zu fahren (das liegt genau entgegengesetzt zu meinem Ziel) und von da die Eifel in 3,5 Stunden quasi zu umrunden. Ich mag diese Landschaft ja. Aber ewig mit einem waggeligen Omnibus durch Feld, Wald und Wiese karriolen – nein danke!
(Memo an mich: Dringend mein Fahrrad wieder verkehrstüchtig machen!)
Ich überlegte ernsthaft, mit der Eisenbahn zuerst nach Trier und dann über Koblenz und Köln (am Rhein) nachhause zu fahren. Das dauert auch gerade mal knapp sechs Stunden – und man sitzt sehr viel besser. Und kann giftige Kommentare in sein Tagebuch schreiben!
Doch dann: Schicksals Ironie (SchicksalSIRonie) verpasste mir einen unerwarteten automobilen Lift vom Burgring nach Bonn (auch am Rhein)!


Untermalt von netter Unterhaltung war ich daher recht rasch in Bonn-Bad Godesberg – und dort per schienengeführter Zuwegung wieder an die Zivilisation angeschlossen!

Kaiserhöfe gibt's aber auch überall!

Kunst auch.

Nach Brühl sollte ich auch mal für länger.

Immer wieder nicht schön: Köln-Gropiusstadt

Halb Aachen postet heute Nacht Bilder von den Polarlichtern over Oche. (Es protuberiert grad mal wieder heftig!) Facebook war voll von unscharfen grün-violetten Bildern – und ich scheine der einzige gewesen zu sein, der es nicht geschissen bekommen hat, die Oecher Aurora borealis abzuknipsen.
Zum einen wusste ich nichts davon, zum anderen stecke ich im 2. Stock im
Aachener Loch Talkessel fest. Das ist ein bisschen so ein Problem!
Im Treppenhaus im 3. Stock hab ich durch ein ungeputztes Fenster ein bisschen
was Fahl-Farbiges erhaschen können, aber nichts zum Angeben.
So hätte es wahrscheinlich ausgesehen:

Hey, warum veranstalten sie das mit diesen Northern Lights nicht mal an Silvester?
Die Kommentare in Social-Media lauteten: »Herrlisch!«, »Einmalisch!«, »Wunderbares Naturschauspiel!« et cetera.
Ich war stets schlecht in Physik, aber: Sehr energiereich geladene Teilchen und heftige elektromagnetische Felder müssen nicht unbedingt etwas Gutes für Satelliten, Flugzeuge und die sonstige elektronische Infrastruktur bedeuten …
Da willst du gerade das Pic des Jahres posten – und dann grillt's dir dein Handy!
Der nächste Ausbruch eines Vulkans in der Eifel wird sicher auch mords was hermachen, rein optisch.

Unheimlich visuelle Kraft!
Dienstag, 20. Januar 2026
Warum ich gestern uninformiert war und nicht zu tiefer Nacht den Lousberg oder das Haarener Kreuz erklommen hatte: Der Wetterbericht in der Aktuellen Stunde des WDR hatte diese Polarlichter nicht angekündigt!
Stattdessen bekomme ich von denen an jedem verfickten Tag ungefragt mitgeteilt, wie das Wetter am Kahlen Asten ist, war oder sein wird.
Spoiler: Es ist scheiß-e-gal, wie das Wetter am Kahlen Asten ist!!!
Oder war oder sein wird.
Das ist ein ein bisschen besserer Hügel mit gerade mal 842 Metern über Normalhöhennull (und damit bloß №3 in NRW)! Auf dem herrschen immer ein bissi extremere Bedingungen als im Vergleich zum Flachland drumherum.
(Und es wohnt kaum jemand von den 18.034.454 Nordrheinwestfalen da oben, für die der WDR ja quadratmillimetergenau sein Programm für »uns im Westen« versendet.)
Mit dem Brocken im Harz hat diese Anhöhe gemein, dass Lokalredaktionen bei etwas extremen Bedingungen ein armes Reporterchen da hinaufschicken, das dann in Sturm und Schnee reportern muss, dass es ziemlich unvernünftig und mords gefährlich sei, hier zu sein, und in den windumtosten Puschel schreit, dass man daher besser mal nicht hier herkommt, denn das wär ziemlich unvernünftig und mords gefährlich.
Immerhin stimmte diesmal der oft gehörte Satz der Fernsehmoderatoren vom »Spektakel am Himmel«, der sonst nur fällt, wenn mal wieder Supermond ist – und dann so gar nichts Spektakuläres passiert.
Mittwoch, 21. Januar 2026
Der legendäre »Sauerbratenpalast« auf der Vaalser Straße hat zu bestimmten Zeiten wieder geöffnet, praktiziert aber einen recht eigentümlichen Modus, seine Öffnungszeiten der Öffentlichkeit kundzutun: Man kann sie nur über Google erfahren (ganz oben) – auch wenn man gerade selbst vor dem Laden steht!



Sauerbrätchen mit Frittchen oder Nüdelchen – das sind mir ein paar zu viele Diminutivchen für fast 22 Euro pro Portiönchen!
Als Fußgänger fühle ich mich hier dezent diskriminiert!

Generell ist die Kreuzung Vaalser Straße/Halifaxstraße/Amsterdamer Ring überarbeitungswürdig. Doch das soll demnächst ja mal angegangen werden.






Ei kugges elei:

Nach mehr als zehn Jahren Stillstand, Wohnungsnot und Vermoddernlassen tut sich was in der Adalbertstraße 12! Anscheinend entkernen sie den ersten und den zweiten Stock. Ich will nicht wissen, wie viel Schimmel da inzwischen in den Wänden wohnte. Zur Erinnerung: Seitdem ich dort vor über zehn Jahren ausgezogen bin, steht die Hütte leer. (Vier bis acht Leute hätten in der Zeit dort wohnen können!)
Als ich eben in den Nachrichten hörte »Aachen«, »amerikanisch« und »Blindgänger« dachte ich erst: »Was denn: Trump ist doch in Davos!?«
Und wettert dort gegen Klimaschutz, strunzt rum, droht erneut mit Strafzöllen, feiert sich selbst und fordert wieder, dass man ihm mal bitte Grönland gibt/verkauft/schenkt, wo er schon nicht den Friedensnobelpreis bekommen hat.
(Wobei, er hat ihn doch: Die letztjährige Nobelpreis-GewinnerinSchande
María Machado hat ihm ernsthaft ihre Medaille übergeben!)
In seiner Rede hat er mehrmals Grönland mit Island verwechselt …
Merke: Auf Grönland ist Eis – und Island ist grün! (Und den Friedensnobelpreis gibt’s von Norwegen, nicht von Dänemark.)
Der grönländische Regierungschef Jens Frederik Nielsen brachte die Idee auf, dass man sein Land fortan doch bitte schön wie in original Kalaallit Nunaat [kaˈlaːɬːit nuˈnaːt] nennen möge: Dann kann Trump es nicht nur verwechseln, sondern auch nicht aussprechen.
Um seine Forderung zu untermauern, fragte Trump vermeintlich clever, warum Grönland eigentlich zu Dänemark gehören sollte. Etwa nur weil da irgendwann mal ein dänisches Boot angelegt hat?!
Hey, diese Argumentationslinie dürfte ihm heftig auf die Füße fallen, wenn Briten, Franzosen und Spanier demnächst wegen Eigenbedarfs in den USA anklopfen!
Daher: Grönemark gehört zu Däneland! Grönland den Grönen! Grönemeyer an die Macht!
(Fun-fact: Einen Friedenspreis hat Donny dann doch irgendwie verdient: Seit seinen Drohungen sind Grönland und seine ehemalige Kolonialmacht Dänemark so nahe zusammengerückt wie noch nie!)
Außerdem hat Trump nun einen eigenen »Friedensrat« gegründet. Dieser Club soll wohl sowas sein wie eine Konkurrenzveranstaltung zur UNO, dem King Donald I. persönlich vorsitzt. Und zwar auf Lebenszeit – unabhängig von irgendwelchen Wahlen oder sonstiger demokratischen Folklore! (Okay, so lange wäre das ja nicht mehr.)
Mitglied kann ein Land nur werden, wenn er es ausdrücklich dazu »einlädt«. Das darf dann für nëmmen eine Milliarde Dollar Mitgliedsbeitrag dauerhaft mitspielen. Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann: Dinge können kaputtgehen …, capisce?
(Es heißt, Imperator Palpatine, Darth Vader, President Snow, Sauron, Joffrey Baratheon, Lord Voldemort und Gianni Infantino hätten schon unterschrieben.)
Weird shit, as usual.
Vor 20 Jahren hätten wir gesagt: »Was für eine total überdrehte Satire! Köstlich! Wer schreibt denn solche Geschichten? Gebt dem Mann ein Bier, äh den Literatur-Nobelpreis, den Pulitzer-Preis, den Booker Prize, den Prix Goncourt und den Georg-Büchner-Preis!«
Wieso schaffen es unsere Medien und unsere Regierung eigentlich nicht, einfach mal klar und deutlich festzuhalten, dass dieser Präsident den Verstand verloren hat?
Nur mal so eine Idee: Vor Altenheimen gibt es doch manchmal Fake-Bushaltestellen, an denen demente Senioren gefahrlos auf einen Bus warten können, der niemals kommt, ohne wirklich auszubüxen. Das strukturiert den Tag – und pünktlich zum Abendbrot um 17 Uhr sitzen sie dann warm, satt und sauber wieder drinnen.
Sowas könnte doch auch mit Trump funktionieren: Setzt ihm eine goldene Krone auf, beugt euer Knie, nennt ihn Kaiser, produziert Fake-Nachrichtensendungen mit all den Wohltaten, die er der Menschheit gebracht hat, fahrt ihn regelmäßig zum Golfplatz und der Käse ist gegessen.
(Golf an sich ist schon insane genug: Das Ziel des Golfspielens ist ja, möglichst wenig Golf zu spielen …)
Oder nehmt irgendeine mit Eis bedeckte Insel, auf die man verzichten kann, und verkauft ihm das Ding als Grönland.
Die Amis haben ein fucking Hollywood da drüben, das werden sie doch wohl hinbekommen! Hat bei der Truman-Show, der Matrix und der Mondlandung doch auch geklappt.
Aber selbst wenn Trump dann mal weg ist, erhebt sich bestimmt sofort der nächste Haufen Magaquark.
Donnerstag, 22. Januar 2026
Heute war Bombenstimmung eine Bombenentschärfung im Städtchen.
In der Franzstraße, auf Höhe von Printen Klein, ist bei Bauarbeiten
auf einem ehemaligen Schulgelände eine 250 Kilogramm schwere US-Weltkriegsbombe
gefunden worden. Bevor der Kampfmittelbeseitigungsdienst aktiv werden konnte,
musste die City in einem 400-Meter-Radius um den nicht gewordenen Ground
Zero evakuiert werden. (Die City, nicht die Leute!) Direkt davon betroffen
waren circa 6.400 Menschen – und noch etliche mehr indirekt, da der
Hauptbahnhof und einige Straßen voll gesperrt waren.
Der Kreis reichte nur bis zum Theater, was ein Glück! Ich hatte grad so gar keine Lust auf Camping im Tivoli.
(Andererseits: Wann kommt man schon mal in den VIP-Bereich des Tivoli?)
Bei der »Langen Nacht der kurzen Vorträge« in der digitalCHURCH gab es zehn Kurzreferate zum Thema Ressourcen.

Die Besonderheit des sogenannten Pecha-Kucha-Formats: Alle Redner dürfen nur so lange sprechen, wie es dauert, bis 20 projizierte Folien à 20 Sekunden fertig gezeigt sind. Nach unbarmherzigen 6,67 Minuten fällt das Mikro – sowas bringt Zuch in den Vortrag!

Davor, dazwischen und danach durfte auch noch genetzwerkt werden, ohne Zeitlimit.
Ryan Gosling Joe Laschet war auch da.

Freitag, 23. Januar 2026
50 Jahre »Station to Station«!

Endlich wieder »meine« Nordlichter …

Samstag, 24. Januar 2026
Währenddessen im White House: »Embrace the penguin«

Pinguine auf Grönland … – ohne die ganzen Schulschießereien würde man nicht glauben, dass es in den USA überhaupt Schulen gibt.
(Außerdem Pinguine: Hat er die nicht letztens noch mit Strafzöllen belegt?)
Aber für tödliche Schüsse auf Unschuldige brauchen die Trumpisten ja gar keine Schulgebäude:
Nur ein paar Wochen nachdem einer von Trumps Gestapo die dreifache Mutter Renée Good in Minneapolis erschossen hatte, wurde nun der Altenpfleger Alex Pretti mit mehreren Schüssen kaltblütig abgeknallt – der zu dem Zeitpunkt von mehreren Schergen der feigen Mörderbande bereits niedergerungen war und entwaffnet am Boden lag. (Und das sind nur die Fälle, die wir mitkriegen, weil gefilmt wurde.)
Die üblichen Verantwortlichen lügen nun natürlich und nehmen die Mörder in Schutz. (Und dass sie lügen, kann jeder sehen: Es gibt inzwischen mehrere Videos und Photos aus unterschiedlichen Perspektiven!) Was werden die sich wohl erst zusammenlügen, wenn es mal keinen Videobeweis gibt?
Trump und seine Clique werden diesen Staatsterror seiner impulsgesteuerten Helfershelfer ohne Schulabschluss und ohne Überprüfung ihres Führungszeugnis natürlich dazu nutzen, um weiter zu eskalieren, die Demokraten für alles zu beschuldigen, noch mehr Instabilität im Land zu erzeugen und so die nächsten Wahlen auszusetzen. (»Sorry folks, so sad!«)
Sowie von den Epstein-Akten abzulenken.
In den USA herrscht kein Bürgerkrieg; es ist ein Krieg gegen die Bürger. Man sollte in Europa und der Welt mal in sich gehen und überlegen, ob man im Sommer wirklich bei der WM da mitmachen sollte. (»Die Welt zu Gast bei Killern«)
Apropos Epstein-Akten: In einigen US-gesteuerten asozialen Medien wurden Postings zu diesem Thema bereits gelöscht.
Deshalb hier nochmal:
Die Epstein-Akten!
Die Epstein-Akten!!
Die Epstein-Akten!!!
Sonntag, 25. Januar 2026
Auf, auf, zum Karlsfest im Rathaus!





Leider haben sie die hölzerne Ummantelung am Apfelbäumchen in der Krämerstraße entfernt und bloß eine schnöde Rohr-Einfriedung angebracht, auf der man nicht gescheit sitzen kann. Ich dachte mir, das wird keine fünf Minuten dauern, bis da einer sein dappichtes Fahrrad dranflanscht.

Es dauerte keine einzige Minute!

Montag, 26. Januar 2026
Bei TikTok gibt es gerade den Trend »japanischer Cheesecake«. Das Rezept: Man steckt ein paar Kekse seiner Wahl in einen Becher Joghurt und lässt das Ganze ein paar Stunden durchsuppen …
Das ist weder Cheese noch Cake. Noch ein Rezept!
Dienstag, 27. Januar 2026
Kein Wunder, dass Friedrich Merz Windenergie als »Übergangstechnologie« bezeichnet: Er ist ja auch ein Übergangskanzler!
Letzte Woche kam die Meldung, dass eine Hainbuch im Elisengarten gefällt werde solle, weil sie bereits abgestorben sei. Ich wusste nicht, ob dieser Baum hier es sein würde, aber machte mal sicherheitshalber eine Aufnahme:


Er war's!

Bevor neu gepflanzt wird, soll zunächst im Untergrund nach keltischen/römischen/karolingischen Artefakten gesucht werden. Mein Tipp: Da werdet ihr was finden! Vor 18 Jahren war das hier der hice Shice.
Wahlkampf in Nürnberg. Der OB-Kandidat der SPD, Nasser Ahmed, hielt es für eine gute Idee, diesen Slogan groß plakatieren zu lassen: »MEIN N-WORT IST NÜRNBERG.«
Hui, es folgten Zuspruch, Kritik, Shitstorm, bundesweite Berichterstattung – nice, alles richtig gemacht!
Oder darf man jetzt noch nicht mal mehr »N-Wort« sagen?!
Mittwoch, 28. Januar 2026
Der ruschisse Kriegstreiber Putin will dem deutschen/deutlichen Karnevalswagenbauer Jacques Tilly den Prozess machen lassen; unter anderem wegen dieses Mottowagens:

Was denn, da ist er doch gut getroffen!
Aber so sind sie halt, die Diktatoren heutzutage: Haben Schiss vor ein bisschen Kaninchendraht, Pappmaché und Acrylfarbe!
(Und russische Gerichtsbarkeit, блять, was soll das eigentlich sein?!)
Donnerstag, 29. Januar 2026
Acht Künstlerinnen und Künstler haben letzten Sommer ordentlich Druck gemacht in der Roonstraße. Ihre druckgrafischen Kollaborationen sind nun nach Anmeldung im later-is-now-Museum in der Ausstellung »UNDER PRESSURE« zu besichtigen. (It's the terror of knowing what this world is about.)








Freitag, 30. Januar 2026
Die Faktenchecker von MIMIKAMA prüfen dankenswerterweise, was andere so schreiben, posten und behaupten, und decken so Falschmeldungen auf, erklären Hintergründe und stärken das Urteilsvermögen über digitale Angelegenheiten.
In den letzten Tage schwelte die Causa »DHL-Zettel«, die sich von einer Petitesse zu Verwirrung total. Was war passiert?
Jemand hatte ein Photo von zwei echten gelben DHL-Benachrichtigungszetteln gepostet und fälschlicherweise dazugeschrieben, das wäre eine Betrugsmasche per QR-Code – und dass man diese Meldung mal schön teilen solle.
Wir leben im Neuland des Jahres 2026, natürlich ging dieser Beitrag viral. »Da sagt einer, ich soll was teilen? Dann mach ich das doch! Unverschämtheit! Abzocke!!! Leute, passt auf! Und achtet auch auf weiße Lieferwagen!«
Was in den zu Aufregung neigenden asozialen Medien nicht weiter verwundert. Doch selbst DHL, renommierte Medien und die Polizei übernahmen die Warnung – ohne den Zettel vorher zu prüfen!
Die Leute von MIMIKAMA hingegen überprüften den Fall – und stellten fest, dass der Zettel tatsächlich™ echt war. (Unter anderem erhielten sie sehr viele Einsendungen mit ein- und demselben Photo derselben Zettel. Und der QR-Code darauf führte auf die echte DHL-Webseite – wo auch keine sensiblen Daten abgefragt wurden, wie es bei Phishing üblich wäre.) Daraufhin zog DHL die ursprüngliche Warnung zurück.
Doch gleichzeitig wurde von einem Unbekanntem ein mittels KI generierter Fake-DHL-Zettel erstellt. Dieses Bild wurde später von DHL selbst zur Warnung als neuer Beitrag veröffentlicht. Damit wurde dann ein tatsächlich™ falscher Zettel, also *ein echter Fake verbreitet!
Das eigentliche Problem waren also nicht Betrüger, sondern die Weiterverbreitung einer Warnung, ohne nachzuschauen. Ganz verstanden habe das viele User bis heute nicht, wie man an den Kommentaren sehen kann. Und auch manche Medienberichte und Polizeimeldungen wurden bislang nicht korrigiert …
Die armen Leute von Mimikama: »Was diese DHL-Zettel betrifft, ist die Situation inzwischen leider unnötig kompliziert geworden. Wir wissen ehrlich gesagt nicht mehr, wie wir es noch erklären sollen, damit es alle verstehen.«
Und das war jetzt nur ein Kinkerlitzchen! Ich will nicht wissen, welche Dynamiken entstehen und Konsequenzen folgen, wenn es mal wirklich um was geht!
Wir meißeln jetzt mal bitte alle in Granit, schreiben ein Post-it für den PC oder ritzen in unsere Handyhülle, was Meister Saftig stets sagte: »S.d.d.ü.?«

Ich hab gehört, Friedrich Liechtenstein is in town! Sehr, sehr geil!

(Sehr geiler Dorsch übrigens.)
Ich bin daher heute extra aufmerksam um Dom und Rathaus geschlichen und habe jeden Passanten gescannt – vielleicht würde er sich Karls des Großen einstige Wirkungsstätte ja mal genauer anschauen; schließlich verkörpert er ihn morgen beim Orden gegen den trierischen Ernst auf der Bühne.
Und ein Selfie mit dem Selfieman wäre schon sehr, sehr geil!
Samstag, 31. Januar 2026
Ordentlich gegen den Widerlichen Ernst bekommt heute Abend Dorothee Bär. Vor dieser Ehre stand natürlich das obligate Bad in der Menge inklusive Stinkewassersüffeln aus dem Elisenbrunnen an.

Bis hierher vielen Dank!
(Findet irgendjemand, das war mal wieder zu viel? – You're bloody right!)
I'm afraid of Americans
I'm afraid of the world
